Was ist Osteopathie?

Osteopathie ist eine naturheilkundliche, medizinische Wissenschaft zur Diagnose und Therapie von Funktionsstörungen. Sie umfasst ein ganzheitliches Körperverständnis verbunden mit genausten Kenntnissen der Anatomie und Physiologie des Menschen. Mit geschulten Händen wird der Körper auf Blockaden, Verspannungen und Durchblutungsstörungen untersucht. Der Therapeut löst mit manuellen Techniken diese Einschränkungen, um die selbstregulierenden Kräft e des Körpers anzuregen. Das Ziel ist die Wiederherstellung der Verantwortung für die eigene Gesundheit.

Osteopathie umfasst drei große Bereiche

Die craniale Osteopathie

(vom Lateinischen cranium: Schädel) Hier werden vorwiegend Handgriff e im Bereich des Schädels und des Kreuzbeins (Sakrum) ausgeführt (Cranio-Sakrale-Therapie). Das Prinzip dieser Therapie beruht unter anderem auf der Annahme, dass sich die rhythmischen Pulsationen der Gehirn-Rückenmarksfl üssigkeit (Liquor cerebrospinalis), der sog. Primäre Atemmechanismus auf die äußeren Gewebe und Knochen übertragen und somit per Palpation ertasten lassen.

Die viszerale Osteopathie

befasst sich mit der Behandlung der inneren Organe. Die bindegwebige Umhüllung der Organe sorgt für eine Mobilität gegenüber anderen Strukturen und soll gleichzeitig die Organe schützen. Hierbei wird die durch die Atmung verursachte Beweglichkeit der Organe getestet und die von innen kommende, unwillkürliche Rhythmik der Organe bewertet. Die möglichen Bewegungseinschränkungen oder die fehlende Flexibilität des betroff enen Organs / Organsystems, sollen durch manuelle Techniken wieder hergestellt werden. Die Behandlung erfolgt mit sanft em Druck und Zug in dem entsprechenden Gewebe oder dem Reflexbereich.Das Ziel einer visceralen Behandlung ist es die Durchblutungs- und Spannungssituation der Gewebe zu optimieren.

Die parietale Osteopathie

befasst sich mit den Faszien, Muskeln, Knochen und Gelenken des Körpers. Der Begründer der Osteopathie, Andrew Taylor Still, fand heraus, dass er die Selbstheilungskräft e des Körpersstärken konnte, indem er Gelenkblockaden, vor allem an der Wirbelsäule, auflöste. Solche Blockaden können sich aber ebenso an den Extremitäten befinden. In der Osteopathie wird aber nicht nur ein Bereich oder ein Symptom behandelt, sondern der Mensch als Einheit gesehen. Man weiß um die Bedeutung der lebensnotwendigen Beweglichkeit aller Gewebe und Strukturen im Körper. Das Zusammenspiel der verschiedenen Strukturen adäquat zu interpretieren ist die Aufgabe des Therapeuten, um die Fähigkeit des Organismus zur Selbstregulierung zu stärken.